|

BANDSCHEIBENVORFÄLLE
Wußten Sie schon,
daß seit dem 1.4.2007
-
alle gesetzlich
versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und
-
sich ihre
Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen dürfen
(natürlich nur zugelassene Einrichtungen) ?
Bandschei benvorfälle sind
durch Überbeanspruchung und Abnutzung entstandene pathologische
(=
krankhafte) Veränderungen
der Ban dscheiben. Die
Ban
dscheiben sind knorpelige
Strukturen, welche in der
Wirbelsäule
zwischen den Wir
belkörpern angeordnet sind und dort eine Pufferungs- oder
Federungs-Funktion übernehmen. Anders gesagt: Alle Erschütterungen,
die auf unsere Wir
belsäule beim Laufen,
Autofahren, Fahrradfahren oder beim schweren Heben, einwirken,
werden von den Ban
dscheiben abgefedert.
Die
Bandscheiben
sind aus zwei verschiedenen Geweben aufgebaut. In der Mitte besitzen
sie einen gallertartigen Kern, den Nucleus pulposus. Umgeben ist
dieser von einem Knorpelring, welcher aus faserartigem Material
aufgebaut ist (Anulus fibrosus).
Nun ist
verständlich, daß diese Knorpelscheiben im Laufe der Zeit durch die
ständigen Belastungen Veränderungen unterliegen. Sie verlieren
Flüssigkeit und damit Elastizität. Es finden knöcherne Umbauten
statt, d.h. Teile des Knorpelgewebes werden kalzifiziert, also zu
Knochen
umgewandelt. Derartig verändert können die Ban dscheiben den
Belastungen des Alltags natürlich wesentlich schlechter standhalten;
es kommt, meistens als schleichender Vorgang, selten von einem Tag
auf den anderen, zu Bandscheibenvorfälle. Hierbei
drückt die Ban
dscheibe in den direkt
benachbarten Wir
belkanal, in welchem die Nervenstränge des
Rücken marks verlaufen. Wenn
bei diesem Vorfall Teile der intakten Ban dscheibe in den
Wir
belkanal eindringen, also mit ihrem
äußerem Faserring, spricht man von einer
Diskusprotrusion.
Von Bandscheibenvorfälle spricht man, wenn der
Anulus fibrosus durchbrochen ist und der gallertartige Kern in den
Wir
belkanal eindringt. Lösen sich
einzelne Teile der Ban
dscheibe und liegen isoliert im Wir belkanal, spricht man
von einem Sequester bzw. von einem sequestrierten Vorfall.
Wie
bemerkt der Patient Bandscheibenvorfälle?
Erst einmal muß
man sich hierzu die Anatomie
(= den Aufbau)
der Wir belsäule vor Augen
führen. Im Bereich der
Brustwirbelsäule
sind die Wir
belkörper (und damit die Ban
dscheiben ebenso) zusätzlich durch die
Rippen
und die Zwischenrippen
muskulatur
fixiert. In diesem Bereich treten Bandscheibenvorfälle
praktisch nie auf. Die anfälligen Bereiche der Wir belsäule für einen
Vorfal
l sind die
Lendenwirbelsäule
und die
Halswirbelsäule,
wobei Vorfälle im Bereich der
Lenden
- und Sakralwir
belsäule ca. um den Faktor
100 häufiger sind, verständlich, da hier wesentlich größere Kräfte
wirken als im Halsberei
ch.
Die Symptome,
welche der Patient bemerkt, rühren von der Kompression der
Nervenwurzel
im Wir
belkanal her. Es kommt zu
Schmerzen,
Parästhesien
(=
Missempfindungen),
Muskel
schwäche, im schlimmeren Fall sogar zu Lähmungen, welche sich genau dem
Innervationsgebiet
(=
Versorgungsgebiet) des
betroffenen
Nerven
zuordnen lassen. Die für diesen Nerv typischen Reflexe (z.B.
Patellarsehnenreflex oder Achillessehnenreflex) lassen sich nicht
mehr, oder nur noch abgeschwächt, auslösen. Besteht die
Nervenkompression
längere Zeit, bauen die von diesem Nerven innervierten
Muskeln
ab, man spricht von Mus
kel-Atrophie. Ein Vorfal
l im
Lende
n/Sakralwir
belbereich führt so zu einem
veränderten Gangbild des Patienten. Er kann nur noch schlecht oder
gar nicht mehr laufen, hat Probleme aus der Hocke aufzustehen oder
kann die große
Zehe
nicht mehr gegen Widerstand nach oben strecken (was dazu führt, dass
der Betroffene häufig stolpert, da er mit der Ze
he hängen bleibt).
Wie wird
die Diagnose gestellt?
Als erstes
führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um sich
ein genaues Bild von der Entstehung der Probleme zu machen (die sog.
Anamneseerhebung). Der nächste Schritt ist die klinische
Untersuchung. Wie oben bereits erwähnt, hat jede Ner
venwurzel eine Muskelgruppe, welche im Falle der Kompression durch
Bandscheibenvorfälle beeinträchtigt ist (Kennmuskel), einen
bestimmten Reflex, welcher ausfällt oder abgeschwächt ist sowie ein
Hautareal (Dermatom) in welchem die Empfindung gestört ist:
|
Wurzel |
Band-scheibe |
Kennmuskel |
Reflex |
Dermatom
(= zugehöriger Hautbereich) |
|
-------- |
--------- |
---------------- |
-------------- |
---------------------------- |
|
C5 |
HWK |
M.
deltoideus |
Bizepsreflex |
Außenseite
der
Schulter |
|
C6 |
HWK |
M. biceps |
Bizepsreflex |
über
Ellenbogen,
Speichen-
seite,
Unterarm,
Daumen |
|
C7 |
HWK |
M. triceps |
Trizepsreflex |
hinterer
Unterar
m,
Finger
2-5 |
|
C8 |
HWK |
kleine
Handmuskeln |
Trömner-
Reflex |
Un
terarm hinten/seitlich,
Fin
ger
4,5 Außenseite |
|
L3 |
LWK |
M. adduktor |
Adduktoren-
reflex |
Oberschenkel
außenseite
bis Innenseite
Knie |
|
L4 |
LWK |
M.
quadriceps
fem0ris |
Patellarreflex |
Oberschen
kel außen
bis
Fuß
innenkante |
|
L5 |
LWK |
Langer
Zehenheber |
Tibialis
posterior-
Reflex |
Oberschen
kel /
Unter-
schenkel
außen bis
Fußrücken |
|
L6 |
SWK |
M. triceps
surae |
Achilles-
sehnenreflex |
OS/US außen,
Ferse,
Fußaußenseite |
Aufgrund der
Ausfälle in diesen Innervationsgebieten kann der Arzt, meist ein
Neurologe, hier schon eine genaue Aussage über den Ort der
Vorfäl
le
treffen.
Um die Diagnose
sicher zu bestätigen, sind heutzutage die bildgebenden Verfahren das
Mittel der Wahl. Die Computertomographie oder die
Kernspintomographie können hier sehr genaue Aussagen über
Lokalisation und Größe der Bandscheibenvorfälle
liefern. Eine derartige Untersuchung ist für die sichere Diagnose
heutzutage obligat
(= zwingend).
Die
Therapie
Es gibt zwei verschiedene Ansätze, Bandscheibenvorfälle zu
therapieren:
- die
konservative Therapie, oder, wenn diese keine Erfolge zeigt,
- die
operative Therapie, die aber nur dann durchgeführt werden
sollte, wenn Lähmungen auftreten.
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich
einsetzend, heftig) und
subakut
(= eher schleichend verlaufend)
können zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der
Schmerz
entstehung
wirken) eingesetzt
werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe
möglichst langwirkende und
magen
schonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und auch
entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese
Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein,
zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob
Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden,
wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber
hinaus auch
Muskel
relaxanzien (=
Mittel zur Entspannung von
Muskeln)
(z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzen nur mit zentralwirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei Bandscheibenvorfälle eine
längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der
Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen
Depression, aber auch bei einem chronischen
Schmerz
wirksam) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerz
mittel einzusparen.
Chirotherapie
Ein anderer Ansatz der konservativen Therapie ist die Chirotherapie,
bei der vom Arzt versucht wird, den Druck des Vorfal ls auf den Nerv durch
Manipulation zu mindern, d.h. der Behandler versucht durch bestimmte
Bewegungen und Druckpunkte, den
Schmerz
des Patienten zu bessern.
Therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen
Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika):
Bei anhaltenden
Rückenschmerzen
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine
sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die
therapeutische
Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
(z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste
diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der
meist verspannten, an die Wir
belsäule angrenzenden
Muskulatur.
Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25%
bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte
Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen
hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger
Identifizierung derselben.
Periphere temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade
n:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie
von Schmerzausstrahlungen eignen sich bei
Rückenschmerzen
Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Ner
venwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben
der Wir
belsäule).
Im Lendenbereich auch kontinuierlich mit Katheter (*siehe
unten).
Schmerzausstrahlungen in
Schulter
/
Arm,
wie sie bei Bandscheibenvorfälle der unteren Halswir
belsäule in typischer Weise
vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe
Blockade des Plexus brachialis
(= Betäubung des
Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser
wirksam ist jedoch die kontinuierliche, retrograd hohe Plexus
brachialis-Blockade mit Katheter (*siehe unten). Dabei
ist er interskalenäre Zugang mit einem etwas höheren Risiko behaftet
als bei der axillären Kathetereinpflanzung.
Im Bereich der
Beine
können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung
(=
Schmerzen
die auf eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Ner venwurzel
zurückzuführen sind) der
vordere
Oberschenkel
nerv (N. femoralis) und / oder der
Ischias
nerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (*
siehe unten).
Bandscheibenvorfälle im mehr oberen Lendenwir
belsäulenbereich
können zu Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und
inneren Oberschenkels führen. Mit der sog. 3-in-1-Blockade gelingt
die zusätzliche Betäubung der Ner
ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet
zur Behandlung der
Meralgia paraesthetica
(=
brennende
Schmerzen an der Oberschenkelaußenseite).
Eine Periduralblockade
(=
rückenmarknahe Betäubung)
im Bereich der Halswir belsäule
erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse.
Die lumbale Periduralblockade (= rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei
bandscheibenbedingten
Rücken
- bzw.
Kreuzschmerzen
eine sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter
stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer
Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der
hygienischen Belange kann das Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerzen
bzw.
Kreuzschmerzen"
als vertretbar eingestuft werden.
Statt mit einem
örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen
Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die
Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger
ausgeprägt.
Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren Rücken- bzw.
Kreuzschmerzen
kann zur Durchführung rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine
Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden. Das
Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten
Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder
aufgefüllt.
*
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner
ven eingepflanzt. Die
Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es
muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches
Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur
Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter
hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde
Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält,
ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen Ner
ven betroffen sind, woraus
eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der
Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die
durch entzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Physikalische Therapie:
Auch die
Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator
über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten
bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig
neben der Wir
belsäule im Schmerzbereich
aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der
Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei
Bandscheibenvorfälle die oberflächliche Kältetherapie
im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem Vorfal l empfinden
allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser
wirksam. Warme Bäder können ebenfalls einen
Rückenschmerz
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schmerzen nach
Bandscheibenvorfälle nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese
Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie,
da meist nur diese geeignet ist, einen
ärztlichen Behandlungserfolg zu
sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die
Muskulatur
neben der Wir
belsäule zu trainieren, da
auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente Mus
kulatur eine statische und
dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Auch eine
Magnetfeldtherapie kann schmerzlindernd wirken.
Andere
Therapiemaßnahmen:
Bei einem Vorfal
l im Lendenwir
belbereich wird der Patienten
in ein sog. Stufenbett gelegt, d.h. er bekommt einen Quader, z.B.
aus Schaumgummi in sein Bett, mit dessen Hilfe er mit abgewinkelten,
hochgelagerten
Beine
n gelagert wird, was den Zug auf den betroffenen Nerven vermindert und so
die Beschwerden lindert.
Der
Vollständigkeit halber darf auch die
Akupunktur (Schmerzakupunktur)
nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung
und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle
Ergotherapie bzw.
Rückenschule).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten
Übungen zur Lockerung der Mus
kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette
sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide
(=
bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes
Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei
Bandscheibenvorfälle eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie,
da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen, ebenso
Biofeedback
(= Registrierung
und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Wenn alle
konservativen Therapieansätze versagen, kommt nur noch eine
Operation in Frage, wobei aber die Indikation
(= Anzeige)
zu einer Bandschei benoperation in
den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund
für eine Operation ist das Krankheitszeichen "Rückenschmerz"
oder „Kreuzschmerz“
in den Hintergrund getreten, weil eben die Erfolgsquote leider nicht
besonders hoch ist. Man fragt sich deshalb auch immer wieder, warum
vor einer Operation nicht zuerst eine
spezielle
Schmerztherapie versucht wurde. Als relative Indikation
(=
Anzeige) gilt allenfalls
ein unerträglicher, therapieresistenter
(= nichts hilft)
Rückenschmerz.
Kommt man um
eine Operation nicht herum, so bieten die Methoden der modernen
Schmerztherapie
optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende
Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation).
Mehr darüber erfahren Sie hier:
http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk
(einfach anklicken).
Die Operation
besteht meist darin, die vorgefallenen Bestandteile der Ban
dscheibe zu entfernen. Dies
ist heutzutage auch mikrochirurgisch möglich, d.h. es werden nur
noch sehr kleine Schnitte benötigt. Verfahren, bei denen versucht
wurde, den Vorfall enzymatisch aufzulösen, sind heutzutage wieder
weitgehend verlassen. Allerdings kann das vorgefallene Material
durchaus auch anhand eines Lasers anstelle von Schneidewerkzeugen
entfernt werden. Da auch auf der operierten Etage später wieder
neues Bandscheibenmaterial austreten kann, werden die beiden
betroffenen Wir
belkörper manchmal
miteinander fusioniert. Dies geschieht anhand von Schrauben und
Platten, meist aus Titan. Eine solche Versteifung ist allerdings
nicht nach jedem Vorfal
l notwendig.

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Daumensattelgelenk (www.daumensattelgelenk.de),
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